Namaste!

In Indien habe ich Sandhya getroffen. Sie lebt mit ihrer Familie in einem Armenviertel in der Großstadt Patna, direkt neben Bahnschienen. Dort besucht sie eine Lerngruppe. Warum sie nicht zur normalen Schule geht und was ich mit Sandhya sonst noch erlebt habe, erfahrt ihr in der Kinderfastenaktion 2018.

Euer Rucky Reiselustig

„Zu Besuch bei Sandhya in Indien“
Schau dir den Film an!

Namaste! – Hallo!

Ich heiße Sandhya und ich bin 10 Jahre alt. Ich lebe in Indien, in der großen Stadt Patna. Hier leben rund zwei Millionen Menschen. Das sind doppelt so viele wie in Köln.

Unser Viertel heißt „railway crossing“, das heißt auf Deutsch Bahn- übergang. Wir wohnen nämlich rechts und links von Bahnschienen. Die Bahnschienen sind der Mittelpunkt unserer Nachbarschaft und auch unser Aufenthaltsort.
An den Schienen müssen wir sehr vorsichtig sein. Der Zug kommt morgens und abends bei uns vorbei, dabei fährt er langsam und hupt mehrmals. Trotzdem ist es sehr gefährlich.

„Achtung! In Deutschland fahren die Züge anders, da darf man auf keinen Fall an oder auf Schienen laufen oder spielen!“

Bilderreihe Nr 3
Das ist mein Zuhause! Davor stehen meine beste Freundin Vaishnavi und ich mit meinem Bruder Mantu (hinter uns), meiner Schwester Bindhya und meiner Mutter. Meine Mutter trägt die klassische Kleidung von verheirateten indischen Frauen: einen Sari. Das ist ein sehr langes Stück Stoff, das um den Körper gewickelt wird. Der Stoff eines Saris ist immer sehr farbenfroh.
Bilderreihe Nr 4
So bunt wie die Kleidung der Frauen sind auch die Märkte, auf denen wir unsere Lebensmittel kaufen. Die Verkäufer bieten ihre Waren am Straßenrand an. So kommen viele Menschen vorbei und kaufen Gemüse und Obst.
Mein Vater hat nach einem Unfall seine Arbeit verloren. Jetzt arbeitet er als Tagelöhner. Das heißt, dass er sich jeden Morgen eine Arbeit für den Tag sucht. Oft arbeitet er dann als Obstverkäufer auf einem Markt.
Bilderreihe Nr 5
Aber nicht immer sind es große Märkte, auf denen Essen verkauft wird. Häufig wird neben dem Verkehr auf großen Straßen etwas direkt vom Wagen verkauft. Das kann Gemüse oder Obst sein, manchmal gibt es dort auch ganze Mahlzeiten oder Süßigkeiten.
Bilderreihe Nr 6
Gekocht wird auf einem Stein über offenem Feuer. Meistens gibt es Reis mit Gemüse und einem dünnen Brot. Das alles essen wir mit den Händen.
Bilderreihe Nr 7
In unserer Nachbarschaft wohnen nicht nur Menschen. Verschienene Tiere leben mit uns an und auch auf den Bahnschienen. Kühe sind in Indien heilige Tiere. Denn sie werden im Hinduismus verehrt. Das ist die Religion der meisten Menschen in Indien. Kühe sind sehr wichtig für uns und gehören dazu. Ob auf dem Straße oder in unserem Wohngebiet, man sieht sie überall.
Bilderreihe Nr 8
Die Umgebung der Bahnschienen ist unser Zuhause. Meine Eltern leben schon seit 20 Jahren hier. Aber es gibt immer wieder Menschen, die nicht möchten, dass wir hier leben. Die MISEREOR-Partnerorganisation JKGVS unterstützt uns dabei, dass wir hier bleiben dürfen.
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Außerdem hat JKGVS hier auch eine Lerngruppe aufgebaut, weil die öffentlichen Schulen zu weit weg sind und der Weg dahin zu gefährlich ist. Wir treffen uns morgens und bleiben bis zum Mittagessen. Das ist immer ein schöner gemeinsamer Abschluss und unsere Köchin Moni kocht uns ein sehr leckeres Essen.
Bilderreihe Nr 10

So sieht es in unserer Lerngruppe aus. Wir sind ganz schön bunt und vielfältig. Unsere Lehrerin Frau Kumari lernt mit uns das Alphabet, also alle Buchstaben, auf Englisch und auf Hindi. Hindi ist eine indische Sprache.

Bilderreihe Nr 11
Lernen macht mir großen Spaß. Die meisten Buchstaben und Zahlen kenne ich schon. Wenn ich groß bin, möchte ich Lehrerin werden. Das mache ich schon ganz gut, oder?
Bilderreihe Nr 12
Direkt vor der Lerngruppe steht ein Brunnen. Hier kommen alle Familien aus der Nachbarschaft und holen Wasser. Dort wird dann gewaschen, gespült und auch geduscht. Der Brunnen ist nicht sehr tief, deshalb sollte man das Wasser daraus nicht trinken. Unser Trinkwasser holen wir aus einem Brunnen, zu dem wir ein paar Minuten gehen müssen.
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Zusammen mit meiner besten Freundin Vaishnavi pumpe ich Wasser. Das ist ganz schön anstrengend.
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Die Wasserbehälter transportieren wir auf dem Kopf. Vaishnavi und ich lernen das noch: Manchmal verschütten wir etwas, aber wir werden immer besser. Habt ihr das auch schon mal versucht?
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Allein ist man bei uns eigentlich nie. Wir spielen immer mit vielen Kindern zusammen, das macht großen Spaß.
Bilderreihe Nr 16

Über das Projekt

In der Großstadt Patna ist es voll und eng. Sandhyas Eltern kamen vor 20 Jahren hier her um Arbeit zu finden, da sie wegen Trockenheit und Überschwemmungen nicht mehr von der Landwirtschaft leben konnten. Der einzige Ort in der Stadt, an dem Platz für Unterkünfte war, ist neben den Bahnschienen. Das ist sehr gefährlich und nicht immer einfach. Auch die Schule ist zu weit weg, als dass die Kinder dort problemlos hingehen könnten. Deshalb gibt es in dem Viertel jetzt eine Lerngruppe.

schule

Comic „Gemeinsam sind wir stark“

Sandhya lernt das Alphabet mit der ABC-Tafel.
Aber nicht nur die Kinder in der Lerngruppe finden das spannend!

zum Comic

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Online Spiel „Ruckys Railway Crossing“

Das ABC lernen? Aber wie, wenn es verschwunden ist?

Hilf Rucky im neuen Online-Spiel die Tafeln und Buchstaben zu sammeln.

Los geht’s!